Ein Vorgeschmack auf den Himmel

Jesus stellt sich das kommende Reich Gottes wie ein grosses, friedliches Festmahl vor, zu dem alle eingeladen sind. Bild: Gerusalemme in Toscana, San Vivaldo by Luca Paolini flickr.com (Creative Commons)

Das sogenannte letzte Abendmahl ist ein wichtiges Geschehen für Christinnen und Christen. Jesus kommt nicht zufällig mit seinen Freunden zum Feiertags-Essen zusammen. Er könnte ihnen ja genauso gut eine Predigt halten.

In der ganzen Bibel ist das gemeinsame Essen ein besonderes Zeichen: Abraham bewirtet die drei Männer, die ihn aufsuchen, feierlich (er weiss nicht, dass sie Engel sind). Moses begeht mit den 70 Ältesten Israels auf dem Berg Sinai ein Mahl zum Bundesschluss mit Gott (Ex 24,9–11). Das Pessachmahl setzt der Ewige ein - in Erinnerung der Befreiung des Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Dabei werden Bibeltexte gelesen, es gibt Speisen wie etwa Bitterkräuter oder das Lammfleisch, die auf besondere Ereignisse hinweisen. Dazu kommt der Wein. Gefeiert wird immer in Gemeinschaft. 

In Gemeinschaft mit Jesus
Auch in Jesu Leben spielen Mahlzeiten eine grosse Rolle. Sein erstes Wunder geschieht an der Hochzeit zu Kanaan. Jesus nimmt immer wieder an Gastmählern teil. Dabei besucht er nicht nur seine Freundinnen und Freunde, wie man erwarten könnte. Er setzt sich auch mit wenig geachteten Menschen an einen Tisch. Etwa mit Zöllnern (Steuereintreibern), die sich an der Kollaboration mit der römischen Besatzungsmacht bereichern und die deshalb verhasst sind. Er kommt mit Frauen zusammen, die einen zweideutigen Ruf haben. Das ist ein Skandal, besonders für strenggläubige Juden.

Brot brechen
Jesus feiert als Jude natürlich Pessach – und dies auch an seinem letzten Abend mit seinen Freunden! Er spricht den traditionellen Segen über das Brot, bricht es, spricht des Segen über den Wein – und geht dann, so der Text, einen Schritt weiter: Seine Freundinnen und Freunde sollen sich beim Mahl an ihn erinnern. Er selbst ist im Brot und Wein dann gegenwärtig!

Satt werden – an Leib und Seele
Die Messfeier ist heute meist kein richtiges Mahl mehr, sondern ein symbolisches. Hat sich Jesus sich das wirklich so vorgestellt? Bereits in den ersten Gemeinden bemängelt Paulus (1 Kor 11), dass manche sich daheim satt essen, um beim gemeinsamen Mahl nicht wirklich teilen zu müssen. Das Herrenmahl hatte also zu Beginn einen starken Bezug zur Gerechtigkeit und zum Teilen. Die Tradition der Verbindung des gemeinsamen Essens und der Eucharistie haben in unserer Zeit die Basisgemeinden in Südamerika wieder aufgenommen. Auch hier werden alle satt – an Leib und Seele. Gottes Wille soll geschehen im Himmel wie auf Erden, so beten wir im Vater-Unser. Dazu gehört auch die Gemeinschaft mit den Armen!

Christiane Faschon/red.

Zum vollständigen Artikel
"Ein Vorgeschmack auf den Himmel. Was Jesus gemeinsames Essen bedeutete"
forumKirche Nr. 07-2017

Zurück

Unser Tipp

23.08.2017, 19:15 Uhr bis 13.12.2017, 21:00 Uhr
Zentrum Franziskus, Franziskus-Weg 3, 8570 Weinfelden

27.08.2017, 19:15 Uhr bis 22:15 Uhr
Zustieg an diversen Anlegestegen

01.09.2017, 19:30 Uhr
Alte Kirche Romanshorn

02.09.2017, 08:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Kloster Fischingen, Zendo

09.09.2017, 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Zentrum Franziskus, Franziskus-Weg 3, 8570 Weinfelden

Chance Kirchenberufe