Aussen unscheinbar

Die Kapelle St. Leohnhard in Landschlacht von Norwesten her gesehen.
Die Kapelle St. Leonhard in Landschlacht schaut auf über tausend Jahre Geschichte zurück. Bild: Detlef Kissner

"Stark wie ein Löwe": So mächtig die Bedeutung von "Leohnhard" klingt, so unscheinbar wirkt "seine" Kapelle in Landschlacht. Auf den ersten Blick. Denn im Innern gibt es Einzigartiges zu entdecken.

Ein rechteckiger Bau mit dicken Steinmauern und einem giebelförmigen Ziegeldach, aus dessen Mitte ein schindelgedeckter Glockenturm ragt: Ohne diesen könnte man das Gotteshaus auch für einen mittelalterlichen Speicher halten. Kein Schmuck, keine Farbe zieren die Kapelle St. Leonhard am Rande von Landschlacht. Nichts deutet an, dass das Gotteshaus Wandmalereien beherbergt, die ihresgleichen suchen. Wie die Kirche wohl hierher kam?

Wie ein Comic-Strip
Im Innern treffen wir eine veritable "Biblia Pauperum" an, also eine Armenbibel in Form von Bilderfolgen. Im Mittelalter diente sie der Unterweisung des Volkes und lud die Gläubigen zur Besinnung ein. Es sind Wandbemalungen aus drei Epochen – von der hohen bis zur späten Gotik. In zwei Bändern, einem Comic-Strip gleich, schmücken sie beinahe die gesamte Wandfläche. Die ältesten Illustrationen zeigen auf der Südseite der Kapelle einen fast vollständig erhaltenen Passionszyklus aus dem frühen 14. Jahrhundert. Der Chorraum dagegen ist der Leonhards-Legende gewidmet. Vierzehn Bilder schildern das Leben des Heiligen von der Geburt bis zu seinem Tod.

Sibylle Zambon-Akeret (forumKirche)
besuchte die St. Leohnhards-Kapelle aus Anlass des Gedenktages des Heiligen am 6. November.
Den vollständigen Bericht "Ein Ort mittelalterlicher Lebensfülle" lesen Sie im Magazin forumKirche Nr. 21-2017, S. 2-3.

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