"Je mehr wir sind, desto besser"

Pater Jan Walentek vor dem Eingang des Priesterhauses Bernrain. Bild: Detlef Kissner

Für die Seelsorge in der Pfarrei St. Ulrich in Kreuzlingen ist seit 1. November 2017 Pater Jan Walentek verantwortlich. Der Ordenspriester ist Nachfolger von Pfarradministrator Alois Jehle. Ab Jahresbeginn 2018 übernimmt er auch die seelsorgerliche Leitung der Pfarrei St. Stefan. Zunächst möchte er seine Mitarbeitenden und die Pfarrei kennenlernen.

Der November 2017 markiert für den polnischen Ordenspriester Jan Walentek den Start als Pfarradministrator in St. Ulrich, Kreuzlingen. Zunächst möchte er alle Mitarbeitenden kennenlernen; hören, was ihre Anliegen sind, und sich ein Bild machen, in welche Richtung es weitergeht. "Es soll sich erst einmal nichts ändern. Die Gottesdienstordnung bleibt, alle Projekte laufen weiter wie bisher."

In der Gemeinschaft leben
Als Pater Jan nach Kreuzlingen kam, war er positiv überrascht über das Interesse vieler Menschen am Pfarreileben. Dies soll so weitergehen. Er möchte offen sein für alle, die sich einbringen wollen: "Je mehr wir sind, desto besser." Ab 1. Januar 2018, wenn sich Pfarrer Josef Gander in den Ruhestand begibt, wird Pater Jan auch die seelsorgerliche Leitung in der Pfarrei St. Stefan übernehmen. Wo er dann sein Büro haben wird, weiss er heute noch nicht. Klar ist auf jeden Fall, dass er weiterhin zusammen mit seinen Ordensbrüdern im Priesterhaus Bernrain wohnen möchte. "Denn Redemptoristen leben normalerweise in einer Gemeinschaft", so Pater Jan, "und das gefällt mir."

Armen helfen
Jan Walentek ist seit September 2016 in Kreuzlingen. Was ihm als Seelsorger am meisten am Herzen liegt liegt? Darüber braucht Pater Jan nicht lange nachzudenken: "Armen die frohe Botschaft zu verkünden, so wie es der Gründer der Redemptoristen, der heilige Alfons Maria von Liguori, gesagt hat." Und "Arme" sind für ihn nicht nur die materiell Armen, sondern alle, die bewusst oder unbewusst "Durst nach Gott" haben. Menschen durch den Glauben an Gott wieder eine Perspektive im Leben zu geben, sei überhaupt das grosse Anliegen der Redemptoristen und das könne er von ganzem Herzen mittragen.

Einblicke in das Leben von Jan Walentek 
Mit 19 Jahren zog Jan Walentek ins Priesterseminar von Tuchów und begann dort Philosophie und Theologie zu studieren. Anderthalb Jahre später legte er seine Ordensprofess bei den Redemptoristen ab. Nach der Priesterweihe 1991 folgten drei Kaplansjahre in einer grossen Pfarrei in Glogau. Nach diesem Einsatz in der Seelsorge schloss er sein weiteres Theologiestudium an der katholischen Universität Lublin mit dem Lizentiat ab und unterrichtete fünf Jahre lang Fundamentaltheologie und Ökumenismus am Priesterseminar Tuchów. 

Neben der Theologie interessierte Pater Jan auch die deutsche Sprache. Er belegte Kurse am Goethe-Institut und schloss diese mit dem "Grossen Deutschen Sprachdiplom" ab. Seine guten Deutschkenntnisse ermöglichten es ihm, immer wieder priesterliche Aushilfe in Bayern zu leisten. Sie waren auch ausschlaggebend dafür, dass er 2004 ins Burgenland versetzt wurde, wo er vier Jahre als Kaplan tätig war. Weitere acht Jahre leitete er als Pfarrer drei Gemeinden. Nach der Auflösung der dortigen Redemptoristen-Gemeinschaft wechselte Jan Walentek im September 2016 nach Kreuzlingen.

Detlef Kissner/forumKirche

Den vollständigen Artikel "Je mehr wir sind, desto besser" lesen Sie im Magazin forumKirche Nr. 21-2017, S. 12.

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