Diakonie gleichwertig behandeln

Diakonie in den Pfarreien und Kirchgemeinden strukturell verankern. Dazu forderte Sepp Riedener an der Thurgauer Pastoralkonferenz im November 2017 auf. Bild: Claudia Koch

1985 gründete Sepp Riedener die Gassenarbeit. Heute beschäftigt der Verein Kirchliche Gassenarbeit 47 Mitarbeitende. Der Ehrendoktor der Universität Luzern berichtete vor Thurgauer Seelsorgenden über seine über 30-jährigen Erfahrungen aus der diakonischen Praxis.

Sepp Riedener, ausgezeichnet mit einem Ehrendoktor der Universität Luzern, hat vor mehr als 30 Jahren die Gassenarbeit in Luzern gegründet und aufgebaut. Ein Beweggrund des gebürtigen Kreuzlingers war die Armut, die er während des Krieges am eigenen Leib erfahren hatte.

Heute beschäftigt der Verein Kirchliche Gassenarbeit 47 Mitarbeitende. Es gibt verschiedene Anlaufstellen, wie etwa der Schalter 20, der Menschen behilflich ist, mit ihren Finanzen zurechtzukommen. Ein wichtiges Standbein des Vereins ist die GasseChuchi.

Früher fehlte jedes Jahr bis zu einer Million Franken, die ich durch Spenden eintreiben musste.
Sepp Riedener

Blick auf den Thurgau
Bezogen auf den Thurgau sagte Riedener im Rahmen der Pastoralkonferenz (November 2017), dass für die Diakonie nicht gleich viel Geld fliesst wie für andere kirchliche Aufgaben. "Die Diakonie ist oft zu wenig strukturell verankert. Schaut in eurer Pfarrei oder Kirchgemeinde, wie die Diakonie geregelt ist und was dafür konkret eingerichtet werden muss", forderte Riedener die Teilnehmenden auf.

Diakonie gleichwertig behandeln
Bei den Rückmeldungen stellte sich bei allen dasselbe Problem: Die Armut oder die Suchtabhängigkeit ist im ländlichen Thurgau nicht sofort erkennbar. Bevor Angebote wie etwa eine Notschlafstelle eingerichtet werden, gilt es, das Bedürfnis zu klären. Eine Fachstelle Diakonie einzurichten fanden die meisten nicht nötig. Wichtiger sei, dass es in der Pfarrei, in der Kirchgemeinde oder im Pastoralraum eine Ansprechperson für Diakonie gibt. Diese Person sollte über eine entsprechende Fachkompetenz verfügen. Riedener regte an, ein mögliches diakonisches Projekt im Thurgau ökumenisch und mit Unterstützung der Politik anzugehen. Für die Pfarreien und Kirchgemeinden äusserte er den Wunsch: "Die Diakonie soll gleichwertig wie andere Aufgaben behandelt werden."

Claudia Koch (forumKirche)/red.

Lesen Sie den vollständigen Bericht "Diakonie strukturell verankern. Sepp Riedener als Gastreferent an der Pastoralkonferenz" im Magazin forumKirche Nr. 22.2017. 

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