
Ein Autorenteam und ein Fotograf haben sich unter der Federführung der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte zusammengetan und die Geschichten beider Kirchen in einer ansprechenden Broschüre zusammengefasst. Kürzlich ist das Werk «Die Kirchen von Altnau» anlässlich einer Vernissage vorgestellt worden.
In ihren Begrüssungsworten gaben der Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde, Hansjörg Widmer, und die Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde, Brigitta Rölli, ihrer Freude Ausdruck: Die sorgfältigen Recherchen der Autorinnen und das von Fotografen eigens erstellte Bildmaterial dokumentieren die Geschichte beider Altnauer Gotteshäuser.
Da waren Fachleute am Werk
So richtig Fahrt aufgenommen hat das Projekt "Kunstführer Altnau", als die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte ihre Mitarbeit zugesichert hatte. Regine Abegg und Annina De Carli-Lanfranconi haben die Baugeschichte, eine sorgfältige Beschreibung beider Kirchen samt ihrem Innern und der Ausstattung recherchiert.
Peter Erni beginnt seine Geschichte über «Althinouva» mit dem Hinweis auf eine Urkunde von 787. Dann erwähnt er das erste Kirchlein von Altnau «das der Sage nach die Kapelle zum Heiligen Kreuz war». Es soll an der Landstrasse, in der Nähe des heutigen Kreisels gestanden haben. Interessant auch seine Hinweise über die Zugehörigkeit zu Konfessionen und Kirchgemeinden, welche im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gewechselt hat.
In den Jahren vor 1960 ist sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche einer umfassenden Innen- und Aussenrenovation unterzogen worden. Im reichhaltigen Bildteil wird das Innere beider Kirchen von heute dem Zustand vor der Renovation gegenübergestellt. Fotograf Jürg Zürcher wird mit seinen aussagekräftigen Bildern den beiden gut erhaltenen Jubilarinnen mehr als gerecht.
Das Oberdorf muss eine Grossbaustelle gewesen sein
Sandra Hüberli von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte schilderte was alles zwischen der ersten Sitzung im Januar 2011 bis zur Übergabe der noch druckfrischen Exemplare alles zu erledigen war. Vom Konzept über die Recherchen bis zu den Aufnahmen waren viele Teile zu einem Ganzen zu vereinen. Dass dies termingerecht geklappt hat, dafür bedankte sie sich bei allen Beteiligten.
Über die Vorgängerkirche, welche paritätisch genutzt wurde, schreibt Peter Erni: «Als die Kirche 1810 schliesslich so baufällig war, dass die Gottesdienste nur noch unter Gefahr abgehalten werden konnten, einigten sich die beiden Konfessionen ein neues Gotteshaus zu bauen». Die abzubrechende Kirche samt zugehörigem Areal verblieb der evangelischen Kirche, welche der katholischen eine Abfindung von 3000 Gulden bezahlte.
Hanspeter Trionfini/red.
Bezug der Broschüre bei den kath. und evang. Messmerinnen von Altnau, bei den Sekretariaten der Kirchgemeinden, beim evangelischen Pfarrhaus und der Gemeinde Altnau.
| Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte Seit dem Jahr 1880 erforscht die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK die Geschichte der Schweizer Bauten und vermittelt ihre Bedeutung. Die Publikationsreihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz» ist das älteste Forschungsvorhaben der Geisteswissenschaften, das die Schweiz kennt. Die GSK schafft die Grundlage für den Erhalt des kulturgeschichtlichen Erbes und damit auch eine Voraussetzung für die Identifikation der BewohnerInnen mit ihrem Land, für die Identität der Schweiz. Siehe www.gsk.ch |