Wasser als Lebenselixier

Mit der Zucht von Regenbogenforellen für das eigene Restaurant wird eine alte klösterliche Tradition aufrechterhalten: Die sich fleischlos ernährenden Kartäuser legten grossen Wert auf die Versorgung mit frischem Fisch. Bild: kunstmuseum.tg.ch

Für die Kartäuser war die Wasserversorgung innerhalb der ordensgemeinschaftlichen Mauern von enormer Wichtigkeit. Diese stellten sie mit einem ausgeklügelten Kanalsystem sicher, das dem Kloster zu Wohlstand verhalf und bis heute Bestand hat. Ausstellung "Wasser – Lebensader des Klosters" im Kunstmuseum Thurgau

Für die Ittinger Kartäusermönche war das Wasser eine spirituelle Essenz - aber auch eine lebensspendende Versorgungsgrundlage, die sie in ihrer Autonomie stärkte. Es galt, innerhalb (und auch ausserhalb) der Klostermauern Trinkwasser für Mensch und Tier bereitzustellen, Anlagen zur Wasserkraftnutzung für die Bewirtschaftung der zahlreichen Gebäude, Gärten und Felder sowie Abwasseranlagen zu betreiben. Denn neben den Mönchen lebten auch Angestellte dauerhaft im Kloster und zahlreiche Händler hielten sich mit ihren Nutztieren oft mehrere Tage lang auf dem Gelände auf. Das Areal vieler Klosteranlagen wurde deshalb schon bei der jeweiligen Gründung der Ordensgemeinschaften auf die topografischen Begebenheiten hin geprüft. Gab es eine Quelle oder einen natürlichen Wasserlauf in der unmittelbaren Umgebung, der genutzt werden konnte?

Frischer Fisch
"Beides war in Warth bereits vorhanden, als der vormalige Adelssitz im 12. Jahrhundert in ein Kloster umgewandelt wurde. Auch eine Mühle gab es schon vor der Übernahme der Kartäuser im Jahr 1461", erklärt Kurator Felix Ackermann. In einem Raum des Ittinger Museums liefert er den interessierten Besuchern spannende Fakten zur laufenden Ausstellung "Wasser – Lebensader des Klosters". Doch die historische Reise führt auch hinaus zu den Brunnen, Kanälen und Mühlen der klösterlichen Anlage. Denn die Kartäuser nutzten ihr profundes Wissen, um einerseits die Wasserversorgung aber auch die integrale Latrinenbewirtschaftung zu perfektionieren.

Ein komplexes System unterirdisch verlaufender und speziell gemauerter Bewässerungskanäle wurde angelegt und mit Druckleitungen versehen.

Mit der Zeit und über Generationen hinweg konnten so zahlreiche Brunnen realisiert werden, ein Waschhaus, eine Pferdeschwemme und zwei verschieden grosse Fischgehalter. Diese waren den Kartäusermönchen besonders wichtig, weiss Felix Ackermann: "Da die Kartäuser sich fleischlos ernährten, war die Versorgung mit frischem Fisch für sie unabdingbar."

Klösterlicher Weinhandel
Die verschiedenen Brunnen auf dem Gelände wurden nahe der Küche, im Garten des grossen Kreuzgangs bei den Mönchszellen, im Wirtschaftshof oder an der Aussenmauer des Klosters konzipiert. Der herrschaftlichste von ihnen, der Laurentiusbrunnen, steht heute im Aussenbereich des Restaurants. Auf dem früheren Wirtschaftshof der Kartause hatte der Brunnen eine solch grosse Öffentlichkeitswirkung, wie sie sonst zu jener Zeit nur in Städten anzutreffen war. "Das ist auf die Weinproduktion der Kartäuser zurückzuführen, die ihnen im 18. Jahrhundert zu grossem Reichtum verhalf. Dadurch herrschte auf dem Hof ein grosser Publikumsverkehr durch die Händler", berichtet Felix Ackermann.

Sarah Stutte, forumKirche/red.

Den vollständigen Bericht "Wasser als Lebenselixier" lesen Sie im Magazin forumKirche Nr. 14.

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Nähere Infos zur Ausstellung: www.kunstmuseum.ch

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