‚Wo mich erschreckt, was ich für euch bin, da tröstet mich, was ich mit euch bin. Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ. Jenes bezeichnet das Amt, dieses die Gnade. Jenes die Gefahr, dieses das Heil‘ (Augustinus, Bischof und Kirchenlehrer, 4.Jh.)

Von Anfang an ist uns überliefert, dass sich die Kirche Gemeindestrukturen und eine Leitungsordnung gegeben hat. Aus der Apg und in den Hirten- und Pastoralbriefen des NT wird klar, dass sich Hausgemeinden und –vor allem in den Städten – bald Pfarreien gebildet haben. Zuallererst wurden sie von den Aposteln und dann von ihren Nachfolgern = Bischöfen und deren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geleitet (Grussliste des Paulus Röm 16,1-16).

Alle diese Gemeinden verstanden sich als die eine Kirche, verbunden mit der ‚Mutterpfarrei‘ Jerusalem, später mit dem Bischof von Rom. Die christliche Gemeinde in der Hauptstadt des Römischen Reiches wurde zur Hauptkirche aller Christengemeinden. Wie zuerst dem Leiter der Kirche in Jerusalem die besondere Verantwortung  für die Einheit aller christlichen Teilkirchen anvertraut war, so wurde diese von den Bistumskirchen dem Bischof von Rom übertragen. So ist der Bischof von Rom bis heute als Papst ‚Diener aller Diener‘ für die ganze römisch katholische Kirche. Mit dieser Bezeichnung und ‚Pontifex‘ = Brückenbauer umschreibt die Kirche die Aufgabe des Papstes in der Kirche und für die Kirche in der Welt. Zu ganz wichtigen Fragen der Kirche und Herausforderungen des christlichen Glaubens in der Welt beruft der Papst regionale Synoden oder ein ökumenisches (weltweites) Konzil ein. Das letzte ökumenische Konzil war 1962-1965 im Vatikan.

Die Kirche versteht sich als weltweite Glaubensgemeinschaft, der all die Teil- oder Ortskirchen zugehören. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) schreibt: ‚Die Diözese (Bistum) ist der Teil des Gottesvolkes, der dem Bischof in Zusammenarbeit mit der Presbyterium (Priestern) zu weiden anvertraut wird, … Sie bildet eine Teilkirche, in der die eine … Kirche wahrhaft wirkt und gegenwärtig ist‘. (Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe, Art. 11)

Die Kirche hat sich in ihren Strukturen als Weltkirche mit Bistümern und Pfarreien und in ihrer Leitungsordnung im Lauf der 2000 Jahre entwickelt und verändert.

Heute ist die katholische Kirche in der Schweiz in sechs Bistümer eingeteilt. Der Kanton Thurgau gehört zum Bistum Basel. Jedes Bistum wird vom Diözesanbischof geleitet als Hirte, Lehrer und Priester für die Glaubenden. Grosse Bistümer kennen z.T. auch Weihbischöfe, die die Leitungsaufgabe mit dem Diözesanbischof zusammen wahrnehmen.

Das Bistum Basel ist in drei Bistumsregionen mit je drei Leitenden (Priester und Laien, Männer und Frauen) eingeteilt. Sie leiten ihre Region in enger Zusammenarbeit mit dem Bischof und seinen mitarbeitenden Frauen und Männern im Ordinariat = Bistumsleitung und -verwaltung in Solothurn.

Die kleinste Einheit als ‚Kirche vor Ort‘ ist die Pfarrei. Als Territorialpfarrei umfasst sie ein bestimmtes geografisches Gebiet. Als Personalpfarrei gehören ihr bestimmte Personen an, z.B. Studentenpfarrei, Spitalpfarrei, Pfarrei für Anderssprachige.

Die ordentliche Leitung einer Pfarrei hat ein Priester inne. Er ist Pfarrer. Da wir als kath. Kirche im Bistum Basel seit etlichen Jahren nicht mehr genügend Priester für die Leitung aller Pfarreien haben, werden Diakone, Laientheologen und Laientheologinnen in Zusammenarbeit mit einem Priester in der Region vom Bischof als Gemeindeleiter beauftragt. So sind in unserm Bistum in engerem Zusammenwirken verschiedener Pfarreien Pastoralräume im Entstehen als Antwort auf die ‚Personalsituation‘ und auf das sich ändernde Verständnis von Kirche-sein aller Christen.

Es sprengt hier den Rahmen, all die verschiedenen Dienste in den Pfarreien und Regionen darzustellen, die Kapläne, Vikare, PastoralassistentInnen, KatechetInnen, JugendseelsorgerInnen, kirchliche SozialarbeiterInnen, MitarbeiterInnen in der Seelsorge hauptberuflich, neben- oder ehrenamtlich leisten. Erkundigen Sie sich doch einmal, wie viele Frauen und Männer in Ihrer Pfarrei, in Ihrem Pastoralraum in der Mitleitung der Kirche engagiert sind.