Fragen: Wo ist die Liebe nach der Hochzeit geblieben? Verschwindet die Liebe einfach? Oder bleibt die Liebe in manchen Ehen wirklich am Leben?
Weltliche, philosophische und religiöse Denker sind sich einig: Die Liebe spielt die Hauptrolle in unserm Leben. Wie arm wären Literatur, Musik, Theater und Film ohne die Liebe. Von Jesus Christus ist sie als Erkennungszeichen jener überliefert, die ihm nachfolgen: ‚Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt‘ (Joh 13,35). Einen Text von Paulus wählen sich nicht wenige Paare als Leitwort auf den gemeinsamen Weg. Er schliesst mit dem Satz: ‘Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am grössten unter ihnen ist die Liebe‘ (1Kor 13,13). An die Galater schreibt Paulus: ‚Gott hat euch zur Freiheit berufen! Aber missbraucht eure Freiheit nicht als Freibrief zur Befriedigung eurer selbstsüchtigen Wünsche, sondern dient einander in Liebe‘ (Gal 5,13).
Geliebt-werden, Lieben-können, Lieben-dürfen sind grundlegend für unser seelisches Gleichgewicht. Cary Chapman zeigt in seinem Buch ’Die fünf Sprachen der Liebe‘ auf, wie wichtig es ist, von- und füreinander die verschiedenen Sprachen der Liebe zu lernen, damit die Ehe, die Familie das Glück kennen. Ich lade Sie mit einigen Sätzen aus dem Buch zum Nachdenken und zum Gespräch miteinander ein.
Sprache der Liebe Nummer 1: Lob und Anerkennung
- Das Ziel der Liebe ist nicht, die eigenen Wünsche erfüllt zu bekommen, sondern zum Wohlergehen des geliebten Menschen beizutragen. Tatsache ist aber auch, dass wir durch jedes Lob motiviert werden, uns dem andern erkenntlich zu zeigen.
- Ermutigen kann nur, wer mitfühlt und die Welt mit den Augen des Partners sieht. Zuerst müssen wir in Erfahrung bringen, was unserem Partner wichtig ist.
Sprache der Liebe Nummer 2: Zweisamkeit – die Zeit nur für Dich
- Wichtig an der Zeit, die man bewusst mit dem andern verbringt, ist die Zuwendung. Allein auf die räumliche Nähe kommt es nicht an. Zweisamkeit ist ungeteilte Aufmerksamkeit.
- Wir vergessen oft, dass die Ehe keine zu erfüllende Aufgabe und kein zu lösendes Problem ist, sondern eine lebendige Beziehung.
Sprache der Liebe Nummer 3: Geschenke, die von Herzen kommen
- Wenn die Muttersprache der Liebe Ihres Partners das Schenken ist, dann können Sie es lernen, mit viel Phantasie immer das Richtige zu finden.
- Sie können Ihrem Partner, der die Liebessprache des Schenkens spricht, kein grösseres Geschenk machen, als gegenwärtig zu sein in Zeiten der Krise.
Sprache der Liebe Nummer 4: Hilfsbereitschaft
- Jede Bitte weist der Liebe den Weg, aber jede Forderung bringt sie zum Erliegen.
- Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen gibt es in der westlichen Gesellschaft kein allgemein anerkanntes Rollenverhalten von Mann und Frau mehr.
Sprache der Liebe Nummer 5: Zärtlichkeit
- Berührungen können eine Beziehung knüpfen oder zerstören. Sie können Hass oder Liebe vermitteln.
- In jeder Gesellschaft kennt man sittliche und unsittliche Berührungen. Innerhalb der Ehe entscheidet das Ehepaar, was angemessen oder unangemessen ist. Der Mensch braucht Zärtlichkeit und keine Misshandlung.
Was für Ehepartner gilt, gilt auch für die Eltern-Kind-Beziehung, damit sie glücklich sei: Lob, Anerkennung, Zweisamkeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft und Zärtlichkeit.
Ich wünsche Ihnen Ihr Leben als Ehepartner, als Eltern und Kinder immer wieder als Weg zum Glück!