‚Wo zwei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen‘
Der Text dieses bekannten Liedes spricht auch von der Grundhaltung von Ehepaaren, die sich als zwei Liebende von Gott geliebt, getragen und gesandt verstehen wollen. Er gilt für alle Ehepaare, die ihre Ehe als Sakrament verstehen und leben möchten.
In äusseren Zeichen feiern wir in den sieben Sakramenten etwas, das Gott uns bis ins Herz zusagt, etwas, das er uns tut. Was sagt Gott dem Ehepaar zu? Was tut Gott dem Ehepaar?
Zusage Gottes
Gott sagt dem Ehepaar zu
- Ich habe Euch zwei lieb als Menschen, die ihr das Leben gemeinsam gestalten, bewältigen und in Vielfalt glücklich leben möchtet.
- Ich habe Euch zwei lieb als Menschen, die ihr in gelebter und geteilter Liebe – körperlich, seelisch und geistig –Erfüllung eures Lebens wünscht.
- Ich stärke Euch in Euerm Ja zueinander, wenn ihr dies annehmen und aus meinem Ja leben möchtet.
- Ich brauche Euch als Botschafter meiner Liebe in die Welt!
- Ihr seid mein Sakrament, mein Liebeszeichen in diese Welt!
‚Das Ehesakrament besteht also nicht nur in einer gottesdienstlichen Feier. Das ganze Leben zweier in der Ehe miteinander verbundener Christen ist vom Handeln Gottes erfülltes Zeichen – für die Partner untereinander, für ihre Kinder, für die christliche Gemeinde, für ihre Nachbarn und Freunde, für unsere Gesellschaft. Das Wort „Sakrament“ bekommt bei der Ehe eine ganz eigene Bedeutung.’ (Dieter Emeis)
In jedem Sakrament feiern wir Christen auch das, was wir Gott als Antwort auf sein Wort sagen, was wir tun möchten als Antwort auf sein Tun hin. Im Ehesakrament heisst dieses Wort als Grundhaltung des Ehepaares:
- Wir rechnen mit Deiner Hilfe, mit Deiner Begeisterung, mit Deiner Kraft für die Gestaltung unserer Ehe.
- Wir vertrauen uns Dir an.
- Wir danken Dir für die Liebesfähigkeit – körperlich, seelisch und geistig – die Du in uns gelegt hast. Wir wollen ihr Sorge tragen.
- Wir lassen uns von Dir in Dienst nehmen, Zeugnis für die Liebe zu geben, wie Du sie meinst.
So können wir das Sakrament der Ehe umschreiben:
‚Die Liebe zwischen Mann und Frau lebt mit dem Geheimnis Gottes in ihrer Mitte. Wo Christen sich in der Ehe aneinander binden, nehmen sie dieses Geheimnis bewusst als Geschenk und als Auftrag an. Die ihnen geschenkte Liebe
Gottes in den Alltag der Ehe zu tragen, macht die Ehe von Christen zum Sakrament.’ (Dieter Emeis)
Wenn die katholische Kirche die Ehe als Sakrament versteht, nimmt sie auf, was Paare, die heiraten innerlich spüren: Da wirkt Göttliches mit, damit es gelingt! Jede Ehe ist nebst hoffentlich viel Freude auch mitgezeichnet von Leiden und Rissen, von Unverständnis und Schuld. Drum sind auch beide Ehepartner angewiesen auf die verzeihende und hilfreiche Zuwendung Gottes, damit ihre Ehe gelingt. Sie dürfen auch immer darum bitten.
Feier
Zur sakramentalen Feier der Trauung - wir trauen uns einander an und wir vertrauen unsere Ehe gemeinsam Gott an – gehört das Ja-Wort aus Liebe in guten und in bösen Zeiten, das die Brautleute einander und Gott versprechen. Wer die Trauungsliturgie leitet, legt um die Hände der beiden die Stola oder legt schützend und stärkend die Hand auf ihre Hände und betet für sie um Gottes Geist der Liebe. Meistens wird den Eheleuten auch der gesegnete Ehering zu einem wertvollen Zeichen in die gemeinsame Zukunft, dass sie ‚rundum‘ zusammengehören. Den Abschluss der Trauung bildet die Bitte um Gottes Segen.