Sakrament - Firmung
Firmung durch Bischofsvikar Hans Zünd



Das Sakrament der Firmung lässt sich in folgende Kurzformel fassen:

Gott sagt mir: ‚Ich will dich mit meinem Geist auf deinem Lebensweg zum Guten und Richtigen begeistern!‘ Und ich antworte ihm: ‚Gott, ich will mich von Dir, von Deinem Geist leiten lassen!‘

Die Firmung lässt sich als Sakrament nicht direkt aus einem Auftrag Jesu ableiten. Und doch ist es gut, dass es das
Sakrament gibt, das meistens junge Menschen gegen Schluss der Schulzeit oder im Übergang zum Erwachsenenalter empfangen. Um dies zu verstehen, gilt es in die Anfänge der Kirche zu schauen.

Der Leiter einer Gemeinde wurde Episkopos =Bischof genannt. Der Leitungsdienst war noch lange nicht so strukturiert wie heute. Doch das Bischofsamt ist das älteste Leitungsamt. Die ersten christlichen Gemeinden waren vor allem Stadtgemeinden: Jerusalem, Thessaloniki, Ephesus, Rom, Antiochia, Philippi, Korinth, … Die Bischöfe ernannten und
weihten Presbyter = Priester, die die Teilgemeinden ‚auf dem Land‘ leiteten. Die Priester wurden vom Bischof auch beauftragt, alle, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen waren, zu taufen.

Ein Ritual des Taufsakramentes jedoch wurde dem Bischof vorbehalten: Die Handauflegung und das Gebet um den Heiligen Geist. Und weil der Bischof ja mit den andern Bischöfen zusammen die ganze Kirche leitete, sollten sie erleben und wissen: Als Christ gehöre ich zur ganzen Kirche. Als Christ nimmt Gott mich überall an und rechnet überall mit mir.

Wenn der Bischof jeweils in die einzelnen Teil-Gemeinden kam, feierte er die Firmung mit allen, die in der Zwischenzeit vom Priester getauft worden waren. Ab dem 3. Jh. ist bezeugt, dass Taufe und Firmung als zwei Sakramente gefeiert werden.

Im AT und NT ist oft die Rede von Gottes Geist. Er lässt im Menschen wachsen, was er braucht, damit er selbständig sein Leben gestalten kann. Gottes Geistkraft führt durch die Menschen weiter, was Jesus begonnen hat. Er bildet die Gemeinschaft der Glaubenden und hält sie zusammen. Er führt in die Wahrheit und zum richtigen Handeln. (Joh 16,4-15; 2Kor 3,4-6)

‚„Firmung“ kommt von „firmare“, befestigen, bestärken, tauglich machen. Die Firmung möchte den jungen Menschen in seinem Christsein bestärken und ihm durch den Heiligen Geist Stehvermögen vermitteln, damit er in dieser Welt zu sich selber stehen lernt, damit er seinen Standpunkt findet und in einer oft geistlosen Welt aus der Kraft des Heiligen Geistes leben kann.‘ (Anselm Grün)

Zum Sakrament der Firmung gehören folgende Gesten, Symbole und Worte:

‚Ich glaube …‘ – So sagen die Firmlinge betend gemeinsam oder einzeln Gott. Sie zeigen sich dadurch bereit, sich künftig bewusst von Gott leiten zu lassen. Manchmal halten sie dazu ihre brennende Taufkerze in der Hand.

Ausbreitung der Arme – So betet der Bischof, dass der Geist Gottes auf die Firmlinge komme, sie beschützen und begeistern möge.

Handauflegung – Jedem Firmling legt der Bischof die Hand auf den Kopf und betet still für ihn. Gottes Geist soll in diesem Menschen bewirken, was für ihn stimmt.

Salbung mit Chrisam - Der Bischof zeichnet dem Firmling mit Chrisam das Kreuzzeichen auf die Stirn und sagt „…, sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Dieses Siegel sagt, dass der gefirmte Mensch Gott gehört und er ihn stärken will, damit er im Leben besteht. „Amen“ – so soll es sein, antwortet der Firmling.

Friedensgruss – Der Bischof gibt dem Firmling die Hand und wünscht ihm Frieden. Zudem ist dieser Händedruck des Bischofs für den Firmling Zeichen: Ich bin, so wie ich bin, in der Gemeinschaft der Kirche willkommen. Ich darf mit der Kirche rechnen – und sie mit mir.

Paten – Während der Firmspendung legt der Pate oder die Patin dem Firmling die Hand auf die Schulter zum Zeichen: Ich stehe auf deinem Weg zu dir und bin für dich da.