Neue Paragraphen bewegen die Gemüter

Kleinere Kirchgemeinden bevorzugen es eher, weiterhin einen gewählten Pfleger mit der Finanzverwaltung zu betrauen.

Die Verwalterin einer Kirchgemeinde künftig nicht mehr in die Behörde wählen sondern anstellen? Pfarrer und Gemeindeleitende alle vier Jahre wählen – oder nicht? Anlässlich der Informationstagung des Kirchenrats zeigte sich: Es sind heisse Fragen für die Kirchenvorsteherschaften im Thurgau. 

Ein Gesetz über die Kirchenorganisation zu überarbeiten, ist Sache von Juristen – warum sollen sich Kirchenvorsteher auch noch darüber beugen? Manche mögen sich die Frage stellen, meinte Kirchenratspräsident Cyrill Bischof in seiner Begrüssung zur Tagung für Kirchenvorsteherschaften vom 4. März 2017 in Weinfelden. Die Diskussion unter den ca. 90 Anwesenden zeigte aber: Die Paragraphen der Gesetzesentwürfe (Landeskirchenverfassung (LKV), (Landeskirchengesetz (LKG) und Kirchgemeindegesetz (KGG)) bewegen die Gemüter. 

Vom Kirchenpfleger zum Verwalter
Gemäss dem aktuellen Vorschlag wird es in der künftigen Rechtsgrundlage der Landeskirche keine gewählten Kirchenpfleger mehr geben. Vielmehr wird sich eine Angestellte oder z. B. ein Treuhandbüro um die Buchführung der Kirchgemeinde kümmern. Damit ist die Aufgabe nicht mehr an den Wohnort der Person gebunden (z. B. bei Wegzug). Auch soll es möglich werden, dass mehrere Kirchgemeinden gemeinsam eine Person für die Verwaltung anstellen. Dies ergibt eine klarere Rollenverteilung zwischen Behörde und Verwaltung. Doch bisherige Pfleger verlieren ihren Sitz und ihre Stimme in der Behörde. Sie können höchstens noch mit beratender Stimme an den Sitzungen teilnehmen. Die Diskussion zeigte: Grössere Kirchgemeinden sind teilweise bereits so organisiert. Kleinere Gemeinden stehen dem Vorschlag eher kritisch gegenüber – bedingt eine Professionalisierung doch höhere Kosten. Geschätzt wird folgender Kompromissvorschlag: Mitglieder des künftigen Kirchgemeinderats (aktuell „Kirchenvorsteherschaft“) können als Verwalter tätig sein, sofern sie für höchstens  15% angestellt werden. 

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zu den Fragen: Soll an die Stelle der bisher üblichen "stillen Wiederwahl" die normale Erneuerungswahl treten? Und: Sollen in den "Pastoralräume mit Führungstyp B" mehrere Kirchgemeinden gemeinsam "ihre" seelsorgliche Leitungsperson wählen?

Die Vernehmlassung zur neuen Rechtsgrundlage der Landeskirche läuft bis am 2. Mai 2017. 
Link zu: Einführung, Vernehmlassungstexte (Download) und Angaben zur Kommission

Schriftliche Stellungnahmen sind per Email möglich oder per Post:  

Kath. Landeskirche, Generalsekretariat, Franziskus-Weg 3, 8570 Weinfelden

Text und Bild: Arianna Maineri Luterbacher

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