Bruder Klaus, Reformation - wie prägen sie?

Diskutierten am runden Tisch: Michael Mente, Christian Haslebacher, Christiane Faschon (Moderation), Thomas Bachofner und Ruedi Heim. Bild: Arianna Maineri

Der 600. Geburtstag von Bruder Klaus und der Beginn der Reformation vor 500 Jahren: Auf nationaler Ebene gab es dazu am 1. April 2017 einen gemeinsamen Gedenk- und Feiertag in Zug. Doch: Wie prägen Bruder Klaus und die Reformation die Gegenwart im Thurgau?

Inspiriert von den grossen Jubiläen holte die Ökumenische Medienkommission des Kantons Thurgau vier Experten der christlichen Kirchen an einen Tisch. Kann man das Reformationsjubiläum denn feiern? Mit der Reformation waren ja Spaltung und Gewalt verbunden. Deshalb spricht Thomas Bachofner, Projektleiter des Reformationsjubiläums im Kanton Thurgau, auch lieber von "Gedenken".

Täufer verfolgt
Im Blick auf die Verfolgung der Täufer, deren Spiritualität der freikirchlichen nahesteht, beurteilte Christian Haslebacher die Reformation eher kritisch. Der Regionalleiter der Chrischona Ostschweiz hob aber hervor, dass durch die Reformation der Glaube des einzelnen Christen eine grössere Bedeutung erhalten habe. Ruedi Heim, Bischofsvikar des Bistums Basel, erinnerte daran, dass die Reformatoren ja keine neue Kirche schaffen, sondern die bestehende verändern wollten. "Auch in der katholischen Kirche hat es Reformen gegeben. Diese fielen aber oft Machtinteressen zum Opfer."

Und Bruder Klaus?
Die Verbindung zu Bruder Klaus fiel den Gesprächspartnern nicht schwer: Diesem sei es ähnlich wie den Reformatoren wichtig gewesen, den Gemeinnutz über den Eigennutz zu stellen. Thomas Bachofner deutete dessen Leben gar als vorreformatorische Bewegung. Der Eremit habe gezeigt, dass es neben der Kirche einen zweiten Weg zu Gott gebe: "Damit hat er die Institution relativiert." Ruedi Heim bedauerte, dass der Nationalheilige für politische Zwecke missbraucht werde. In diesem Zusammenhang kritisierte er den geplanten Auftritt von alt Bundesrat Blocher (SVP) mit Bischof Vitus Huonder bei einem Jubiläumsanlass im August: "Wo sich Religion von der Politik verzwecken lässt, machen wir einen Fehler."

Detlef Kissner, forumKirche/Kürzungen: Arianna Maineri
Quelle/ Vollständiger Bericht: "Reformen müssen spirituell getragen sein",
Pfarreiblatt forumKirche, Nr. 7-2017, S. 12 

Wie prägen Bruder Klaus und die Reformation die Gegenwart im Thurgau?
Zu dieser Frage lud die Ökumenische Medienkommission im Kanton Thurgau zum Gespräch. Der konfessionelle Mix des Podiums im Franziskus-Zentrum in Weinfelden versprach eine angeregte Diskussion. Anwesend waren Ruedi Heim (Bischofsvikar Bistum Basel), Thomas Bachofner (evangelische Landeskirche, Beauftragter für das Reformationsjubiläum im Thurgau), Christian Haslebacher (Theologe, Regionalleiter Chrischona Ostschweiz) sowie der Weinfelder Michael Mente (Historiker, Beauftragter für das Reformationsjubiläum im Kanton Zürich).

 

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