Ökumene via Buchhaltung

Die katholischen und evangelischen Kirchgemeinden im Thurgau führen künftig ihre Buchhaltung nach dem gleichen Modell.

Die evangelische und die katholische Landeskirche setzen HRM2 gemeinsam bei ihren Kirchgemeinden um. Über 130 Kirchenpflegerinnen und Kirchgemeindepräsidenten haben in den letzten Tagen die ökumenisch angesetzten Einführungsveranstaltungen in Weinfelden besucht.

HRM2 steht für das neue „Harmonisierte Rechnungslegungsmodell“. Es ist der neue Standard für die Buchführung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften in der Schweiz. Die Umsetzung der 2008 verabschiedeten Empfehlungen beschäftigt die Politischen Gemeinden und Schulgemeinden seit einigen Jahren. Nun sind auch die Kirchgemeinden an der Reihe.

Zwei Landeskirchen, ein Buchführungsmodell
Dass die beiden Thurgauer Landeskirchen die Empfehlungen der Schweizer Finanzdirektorenkonferenz gemeinsam umsetzen, ist im Moment singulär in der Schweiz. Zwar ist die Ökumene in der Buchführung einfacher als bei der Eucharistie – aber unterschiedliche Kirchenverständnisse haben sich auch hier ausgewirkt. Eine ökumenische Projektgruppe schuf eine funktionale Gliederung der Rechnung, die zu 95 % übereinstimmt. Auch über Abschreibungsmethoden, Bewertungen des Finanzvermögens, Finanzkennzahlen und andere Aspekte wurde eine weitgehende Einigung erzielt.

Software in Vorbereitung
Ein separater Teil des Projektes besteht darin, den Kirchgemeinden eine Buchhaltungssoftware „pfannenfertig“ zur Verfügung zu stellen. Damit wird der Umstieg auf HRM2 erleichtert. Seit Herbst 2016 sind 13 Kirchenpfleger von Pilot-Kirchgemeinden mit der neuen Software und den neuen Anforderungen von HRM2 unterwegs. Mit ihren Erfahrungen ist das Projekt gereift. Nun werden alle Kirchgemeinden auf die Herausforderungen vorbereitet. Bis 2020 sollen die letzten Kirchgemeinden ihre Rechnung nach HRM2 führen.

Urs Brosi, Generalsekretär der Katholischen Landeskirche Thurgau

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