Alles ist anders: Diagnose "Demenz"

Plötzlich ist eine uns vertraute Person nicht mehr die Alte. Bild: "My Grandpa and Alzheimers", Justin Hofmann, CC 2.0, flickr.com

Die Diagnose "Demenz" verändert das Leben für immer. Freiwillige können Betroffene und Angehörige in dieser besonderen Lebensphase begleiten. Zur Vorbereitung gibt es einen spezifischen Kurs.

Karin Kaspers Elekes MASSc, Pfarrerin/Dipl.-Päd., Spitalseelsorgerin KSM, Präsidentin palliative ostschweiz

"Seine Vergesslichkeit nahm zu. Wir bekamen fast Streit.

Ich habe es Dir doch schon mehrfach gesagt… Und nun fragst Du schon wieder!

Mein sonst so ordentlicher, strukturiert denkender und handelnder Mann – er war plötzlich nicht mehr der Alte. Es belastete uns beide immer mehr. Wir warteten lange. Dann gingen wir gemeinsam zum Arzt. Nach vielen Untersuchungen in der Memory-Klinik die Diagnose: "Sie leiden an Demenz!"

Ganz ähnlich beginnen die Erinnerungen von Menschen an die Anfangszeit einer dementiellen Erkrankung.

Die Diagnose verändert das Leben für immer. Dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Lebensqualität erfahren können, dafür setzen sich auch Freiwillige ein, die sich für die Begleitung in dieser besonderen Lebensphase ausbilden lassen.

Lebensqualität im Zentrum
Als letztlich palliative Erkrankung, die nicht zur Gesundung umkehrbar ist, steht von nun an das Erfahren von Lebensqualität im Mittelpunkt. Diese ist zudem wesentlich abhängig vom Verständnis der im Umfeld lebenden Menschen. Ob Erkrankte und ihre Angehörigen weiterhin "mittendrin sein" und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, ist in der Regel für die Erfahrung von Lebensqualität grundsätzlich bedeutsam. Dafür braucht es die Information der Gesellschaft ebenso wie geeignete Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Betroffene.
 

Kurs für Freiwillige ökumenisch
Wer im Kanton Thurgau freiwillig dazu einen Beitrag leisten möchte, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen mehr Lebensqualität erfahren, der kann das von der Evang. und Kath. Landeskirche in Zusammenarbeit mit Alzheimer Thurgau sowie von Curaviva und palliative ostschweiz unterstützte Kursangebot zur eigenen Vorbereitung und Weiterbildung nutzen.

Der nächste Kurs in Weinfelden August/September 2018 ist bereits ausgebucht.

Kursangebot im Nov. 2018 (mit noch wenigen freien Plätzen):

Drei Samstagvormittage: 3. / 10. + 17. Nov. 2018, 8.00-12.00 Uhr
Donnerstagnachmittag 22. Nov. 2018, 13.30 – 17.30 Uhr
Ort: Horn TG, Kirchgemeindehaus, Tübacherstrasse 26

Weitere Informationen

Anmeldung via Online-Formular

Trägerorganisationen:
Katholische Landeskirche Thurgau, Evang. Landeskirche des Kantons Thurgau, Curaviva Thurgau, Palliative ostschweiz, Alzheimervereinigung Thurgau

Literaturhinweise:
  • Reden über Demenz. Hg. von Elena Ibello und Anne Rüffer Zürich, 2017.
  • Pauline Boss: Da und doch so fern. Vom liebevollen Umgang mit Demenzkranken. Hg. von Irene Bopp-Kistler/Marianne Pletscher, Zürich 2014.
  • Irene Bopp: Demenz. Fakten. Geschichten. Perspektiven, Zürich 2016.
  • Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil, München 2011.

 

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Katholische Landeskirche des Kantons Thurgau

Franziskus-Weg 3
8570 Weinfelden
Tel. 071 626 11 11

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29.11.2018, 14:15 Uhr bis 18:00 Uhr
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