Kirchliches Umweltmanagement-Projekt 2016/17
für Kirchgemeinden, Pfarreien und weitere Stellen


«Eine Erhebung der oeku in rund 200 Schweizer Kirchgemeinden hat gezeigt, dass allein zum Beheizen der Kirchen jährliche Heizkosten von durchschnittlich 25 Franken pro Sitzplatz anfallen. 6500 Kirchgebäude gibt es in der Schweiz, und deren Energiesparpotenzial ist enorm. Emil Giezendanner, Architekt, rechnet mit Einsparmöglichkeiten von jährlich 100'000 MWh oder 15 Millionen Franken. Dies entspricht dem jährlichen Strombedarf von 20’000 Haushalten.»
Aus: Oeku; Positivbeispiele 2009 .

1. Ausgangslage

Das Umweltmanagementsystem (UMS) Grüner Güggel will einerseits die Energieeffizienz der kirchlichen Liegenschaften optimieren, aber auch in weiteren Bereichen, die Einfluss auf die Umwelt haben, Fortschritte erzielen (Papierverbrauch, Abfallaufkommen, Beschaffungswesen, Umgebungsgestaltung, Mobilität …). Der Grüne Güggel bietet die nötige Unterstützung, Fachwissen und Erfahrung, um nachhaltig Ergebnisse zu erzielen und den ökologischen Fussabdruck zu verringern. Die Bewahrung der Schöpfung wird so glaubwürdig zu einem wichtigen Ziel.

2. Umweltmanagementsystem (UMS) «Grüner Güggel»

Das UMS ist ein Verfahren zur Reduzierung negativer Auswirkungen auf die Umwelt und Initiierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses hinsichtlich einer nachhaltigeren Gemeindeführung. Dabei bestimmt die Gemeinde Prioritäten und Tempo selber.

Ablauf:

  • Leitungsgremium (KiVo, Pfarreileitung) beschliesst Einführung des UMS Grüner Güggel;
  • Bestellung eines Umweltteams (3 – 6 Personen), daraus eine Person als Umweltbeauftragte/r;
  • Umweltberater führt und begleitet das Umweltteam durch alle Schritte des UMS;
  • Erstellung einer Umweltpolitik (Schöpfungsleitlinien), Definition baulicher und thematischer     Systemgrenzen, Durchführen einer Bestandsaufnahme;
  • Erstellung eines Umweltprogramms (was in den nächsten drei Jahren umgesetzt wird) sowie Festlegung von Verantwortlichkeiten; (krönender) Abschluss: Umwelterklärung, Gemeinde erhält eine Auszeichnung.
  • Zeitlicher Aufwand: ca. 8 – 10 Sitzungen/Jahr und diverse Aufgaben wie Begehungen … Für die Erhebung und die Auswertung der Daten: Erfassungsprogramm Avanti (GreenSoftware, kostenpflichtig) und voraussichtl. ab 2014 kostengünstige Alternative (grünes Datenkonto).
  • Beizug von Fachpartnern ist möglich und erwünscht, z. B. oeku – kirchliche Arbeitsstelle Kirche und Umwelt (Bern), Emil Giezendanner, Baumann Akustik, Bauphysik AG (Dietfurt) u. a.

Themen:

  • Energiemanagement (Wärme, Strom, Wasser, Heizungssteuerung, Beleuchtung, Geräte…)
  • Beschaffung von Material (Papier, Reinigungsmittel, Blumen, Renovationen, Essen, Getränke, Geschirr…) Entsorgung (Menge, Art und Weise, Inhalt)
  • Mobilität (Verkehrsmittel, Fahrzeuge, Anzahl Fahrten, Anlässe, Reisen, Ausflüge, CO2 Ausstoss…)
  • Liegenschaften (Biodiversität, Förderung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere)
  • Bildung (Predigten, RU, Kurse, Seminare, Gruppen…)
  • Umgang mit Geld (ethische Kriterien)

3. Der Nutzen

  • Energetische und sonstige Einsparungen bis zu 15 % allein durch Änderung des Nutzungsverhaltens.
  • Umweltrelevante Daten ermöglichen weitere betriebliche oder allenfalls bauliche Verbesserungen.
  • Professionelle Leitung des Projektes durch Andreas Frei.  
  • Der UMS Grüner Güggel ist in der Anwendung ein erprobtes Instrument. 
  • Gewinnung von neuen, motivierten Mitwirkenden. Vorbild und Glaubwürdigkeit zum Thema Bewahrung der Schöpfung nach innen und aussen.
  • Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess wird eingeleitet. . Veröffentlichung der Resultate und ev. Zusammenarbeit mit anderen (Energiestadt, Lokale Agenda 21, Evang. Kirche).

4. Resultat

  • Bericht (ca. 10-20 Seiten) mit Auswertung, Kommentar, Schlussfolgerungen
  • Bei Erfolg Validierung durch einen Gutachter, Verleihung des Labels Grüner Güggel.

5. Zeitplan

  • August2015: Ausschreibung Projekt
  • Bis 25. September 2015: Meldung von interessierten Gemeinden an Gaby Zimmermann
  • 26.11.2015: Wintersynode entscheidet über Projektbeitrag der Landeskirche
  • Bei Zusage der Synode: Anfang 2016: Start des Projektes
  • Projektdauer inklusive Auswertung: knapp 2 Jahre6. 

6. Budget

Für Projektleitung (incl. Vorarbeit, Begleitung, Auswertung, Sonstiges): ca. Fr. 2'000.- pro Jahr (für 2 Jahre 4'000.-), sofern sich die Landeskirche zur Hälfte an den Kosten beteiligt.

7. Projektorganisation

7.1 Kommission Kirche und Umwelt

zuständig für: Projektlancierung und -begleitung, Finanzierung, PR, Berichterstattung an landeskirchliche Gremien

Kontakt: Gaby Zimmermann, Präsidentin Schlossbergstr. 24, 8590 Romanshorn, T 071 466 00 33, gaby.zimmermann@kathromanshorn.ch

7.2 Projektleitung

Andreas Frei, Jahrg. 1965, Umweltberater WWF, Pfarrer (Universität Zürich)

zuständig für: Ausarbeitung Grundlagen Projekt, Fachwissen, Begleitung der Teilnehmer

Kontakt: Andreas Frei, NASKA GmbH, Röntgenstrasse 44, 8005 Zürich, T direkt 044 241 27 25; andreas.frei@naska.ch, www.naska.ch