Graf Hartmann von Kyburg schenkte frommen Winterthurer Frauen diesen herrlichen Platz am Wasser, wo sie 1251 eine klösterliche Gemeinschaft begannen – ein Glied in der Kette geistlicher Zentren entlang dem Rhein: Feldbach, Klingenzell, Stein am Rhein, Wagenhausen, St. Katharinental, Paradies, Rheinau.

Das Kloster erlebte um 1300 eine erste Hochblüte, überdauerte die Reformation und erstarkte wiederum im 18. Jahrhundert. Seit der Klosteraufhebung 1868 ist die ganze Anlage im Besitz des Kantons Thurgau.

Die Kirche, von aussen recht unscheinbar, innen mit barocker Prachtentfaltung, entstand 1732–35 unter dem Baumeister Johann Michael Beer. Der Konstanzer Maler Jakob Karl Stauder und der Stuckateur Nikolaus Schütz wurden mit der Innenausstattung beauftragt. Die Kuppelbilder «Weihnachten», «Pfingsten» und «Abendmahl» verblüffen durch erstaunliche Perspektiven. Stauder hat sich selbst als Lautenspieler im Weihnachtsbild verewigt. Wer findet ihn? Der Überlinger Georg Anton Machein lieferte die kunstvollen Schnitzereien am Hochaltar. Die Emporenbrüstung und der prächtige Prospekt der Orgel von Johann Jakob Bommer aus Weingarten TG bilden eine einzigartige Einheit.

St. Katharinental wird in seinem Gleichgewicht von Architektur und Ausstattung gerühmt als  eines der ausgewogensten Gesamtkunstwerke des vorarlbergisch-schweizerischen Barock.