Im Kanton Thurgau gibt es (Stand 2021) noch zwei Pfarreien, welche die Kinder in der 6. Klasse firmen, in den meisten Pfarreien steht das Firmalter zurzeit in der 9. Klasse, wobei es einen zunehmenden Trend dazu gibt, das Firmalter auf 17+ anzuheben.

Theologisch gibt es für alle Firmalter gute Argumente. Wichtig ist, dass die Gestaltung des Firmweges dem Firmalter entsprechend gestaltet ist und dass die Verbindung zum Pastoralkonzept der Pfarrei bzw. des Pastoralraumes hergestellt wird.

Falls Sie sich firmen lassen wollen, finde Sie hier weitere Informationen.

Grundlagen zur Firmung

Das Wort Firmung kommt vom Lateinischen "firmare", was übersetzt so viel heisst wie bestärken, festigen, ermutigen. Die jungen Menschen sollen mit der Firmung bestärkt als Christ*in leben und auch handeln können. Die Kraft des Heiligen Geistes ermutigt, Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu übernehmen.

In der Firmvorbereitung setzen die Jugendlichen sich mit sich selber, aber auch mit ihren Werten und Glauben auseinander.
Wir versuchen, durch neue Ideen, Inputs und konkrete Mithilfe vor Ort, am Puls der Zeit zu bleiben. Gleichzeitig unterstützen wir die Pastoralräume/Pfarreien und Jugendarbeitenden.

 

Für die Konzeption und Gestaltung von Firmwegen gibt es verschiedene Bücher und Hilfsmittel, besonders hilfreich ist dabei das vom Netzwerk Katechese herausgegebene Buch "Firmung".

Firmung 17+

Bischof Felix empfiehlt das Firmalter 17+ im Bistum Basel
Auszug aus seiner Erklärung vom 10.01.2021: "Diese Erkenntnisse haben mich dazu bewogen, den Seelsorgerinnen und Seelsorgern in unserem Bistum, die im Bereich der Firmpastoral tätig sind, und den Verantwortlichen in Pfarreien, Pastoralräumen und anderssprachigen Gemeinschaften zu empfehlen, eine Erhöhung des Firmalters ins junge Erwachsenenalter (Firmung 17+ oder ähnliche Konzepte) zu prüfen und die Chancen zu erkennen, die darin für die Jugendarbeit, die Gemeindekatechese und eine lebendige Glaubenskommunikation liegen". 
PDF Empfehlung zum Firmalter von Bischof Felix Gmür

Firmung 3. Sek

Die Mehrheit der Pastoralräume im Thurgau firmt die Jugendlichen (Stand 2022) innerhalb der obligatorischen Schulzeit (in der 3. Sek). Dadurch werden einerseits so gut wie alle Jugendlichen erreicht - und kann die Firmvorbereitung andererseits gut mit dem Lehrplan für den Religionsunterricht verbunden werden.

 

Bei der Firmung in der 3. Sek besteht jedoch ein gewisses Risiko, die beiden Lernorte Schule und Pfarrei zu wenig klar voneinander zu unterscheiden und im schulischen Kontext katechetische Arbeit zu leisten (z.B. Gottesdienstvorbereitungen).

Teilweise wird der Religionsunterricht (am Lernort Schule) in der 3. Sek auch zugunsten der Firmvorbereitung in der Pfarrei fallen gelassen.  

 

Zur Verbindung zwischen dem Lehrplan Religionsunterricht und der Sakramentenvorbereitung (neben Firmung auch zu Versöhnung und Eucharistie) liegt ein Merkblatt vor.

Praxisbeispiel 3. Sek

Den im Religionsunterricht umsetzbaren Teilen liegt das Lernprozessmodell BEIZ zugrunde:

Lehrplanbezug 3A9Kl. – Die Schüler*innen / Jugendlichen können den eigenen Glauben beschreiben, mit biblischen Vorstellungen vergleichen und reflektieren. // 3C9Kl. – Die Schüler*innen / Jugendlichen können christliche Denk-, Rede- und Handlungsoptionen mit deren biblischen Grundlagen, und deren Relevanz für das moralische Handeln erklären  und zum eigenen Leben in Beziehung setzen.

Begegnen – Die Jugendlichen erhalten die Aufgabe, in einer Kurzansprache von 2 Minuten innerhalb eines Gottesdienstes zu begründen, warum sie sich firmen lassen wollen und was die Firmung für sie bedeutet.

Erfahren – Die Jugendlichen machen eine Biografiearbeit und erkunden „woran orientiere ich mich? Was gibt mir Halt? Worauf vertraue ich?“ Diese Biografiearbeit kann bspw. von Musikclips oder Comics (z.B. Calvin und Hobbes) ausgehen.

Intensivieren – Als Vertiefung der Biografiearbeit und Vorbereitung auf die Charismen im engen Sinn (1 Kor 12,7-11) setzen sich die Jugendlichen mit ihren eigenen Stärken auseinander.

Intensivieren – Die Jugendlichen setzen sich anhand von 1 Kor 12,7-11 mit den sieben Gaben des Heiligen Geistes auseinander (z.B. mit Ausschnitten aus dem Buch „Funkenflug“ von Stephan Sigg) und entdecken, wie das Wirken von Gottes Geist gedeutet werden kann.

Zeigen – Die Jugendlichen kreieren eine Aktion, mit der sie im Gemeinwesen sichtbar werden – z.B. innerhalb der Aktion 72h oder im Rahmen eines Hilfsprojektes (Umsetzung in der Katechese).

 

Der in der Katechese (also dem Lernort Pfarrei) durchzuführende Teil ist nicht primär an einer Aufgaben- sondern an einer Dialogkultur ausgerichtet und zeigt damit einen alternativen kompetenzorientierten Weg auf – der jedoch mit dem Aufgabenset im RU verbunden werden kann.

Lerhplanbezug 3E9Kl. – Die Schüler*innen / Jugendlichen können Musik für liturgische Feiern einüben, sich darüber austauschen und gemeinschaftlich anwenden. // 3A9Kl. – Die Schüler*innen / Jugendlichen können den eigenen Glauben beschreiben, mit biblischen Vorstellungen vergleichen und reflektieren.

  • An einem Intensivtag setzen sich die Jugendlichen mit Möglichkeiten und Grenzen der musikalischen Gestaltung in Gottesdiensten auseinander. Dabei lernen sie verschiedene Instrumente, Musikstile und Gestaltungsformen kennen. Hilfreich sind dazu das KG und das rise up – oder eigene Liederbücher der Pfarrei.
  • Für die Firmung werden zusammen mit den Jugendlichen die einzelnen Teile der Liturgie vorbereitet und «geprägt»: Einstimmung, Besinnung, Lesung, Glaubensbekenntnis, Fürbitten. Vielleicht können grosse Teile der Liturgie (analog der gesungenen Liturgie an Hochfesten) musikalisch gestaltet werden – sozusagen wie ein Musical oder Rap.
  • Gestaltung eines Anlasses mit den Firmlingen und ihren Firmpaten, auf dem sie als Team Aufgaben lösen müssen und sich so gegenseitig unterstützen können (z.B. escape-Room oder Postenlauf).
  • Wenn sich die Jugendlichen im RU mit ihren Stärken auseinandersetzen, lassen sich in der Katechese entsprechende Orte aufsuchen, an denen diese Stärken sichtbar werden: Kletterhalle, Skaterpark, Gamecenter, Proberaum etc.
  • Anstelle eines Weekends wird eine 24h Aktion zum Thema Grenzen angeboten. Mittels verschiedener Aktivitäten erfahren die Jugendlichen ihre Grenzen und loten sie dabei aus.
  • Die Jugendlichen setzen eine Aktion um, mit der sie im Gemeinwesen sichtbar werden – z.B. innerhalb der Aktion 72h oder im Rahmen eines Hilfsprojektes (Planung im RU).
  • Firmreise nach Assisi (oder Taizé, Rom usw.), die als vertiefte Vorbereitung auf die Firmung oder nach der Firmung als Vertiefung der Erfahrung gestaltet werden kann.

Für Firmverantwortliche

Informations- und Fachaustausch
Die Fachstelle Kinder und Jugend und die Fachstelle Religionspädagogik  bieten Informations- und Fachaustausch für Firmverantwortliche im Kanton Thurgau. Ab Sommer 2021 laden wir zweimal im Jahr zum Austauschtreffen ein.

 

Firmkursideen 
Brauchst du Ideen für die Umsetzung deines Firmweges? Brauchst du Hilfe bei der Konzepterarbeitung? Oder brauchst du Argumente, warum du auf die Firmung 17+ umstellen sollst?
 

Die Website www.firmung17plus.ch beantwortet alle diese Frage und noch mehr. Eine Austauschplattform bringt zudem Inspiration für den eigenen Firmweg. Fortlaufend werden neue Materialien auf diese Website geladen durch die Mitarbeitenden der Fachstellen des Bistum Basel.
 

Für weitere Firmkursideen können sich die Verantwortlichen an die Fachstellen wenden, die über ein Repertoire an Ideen verfügen. Zudem lassen sich in der Mediothek der Fachstelle Religionspädagogik div. Medien zur Gestaltung von Firmwegen ausleihen.

 

Beratung und Unterstützung
Bist du interessiert, die Firmvorbereitung in deiner Pfarrei/Pastoralraum neu zu gestalten? Wir beraten und unterstützen dich gerne.

Eine gute Möglichkeit ist es auch, dass man das Netzwerk im Kanton Thurgau nutzt. Im Adressverzeichnis Kinder- und Jugendarbeit, Religionsunterricht und Katechese sind die jeweiligen Firmverantwortlichen aller Pastoralräume inkl. Telefonnummer und Mail aufgeführt. 

Die einzelnen Einträge des nebenstehenden Akkordeons enthalten Hinweis, Links und konkrete Hilfestellungen zu den verschiedenen Aspekten der Firmkatechese.

Ansprechpersonen für die Firmung

Murielle Egloff

Murielle Egloff

Stellenleiterin Fachstelle Jugend
+41 71 626 11 31

murielle.egloff@kath-tg.ch

Daniel Ritter

Daniel Ritter

Stellenleiter Religionspädagogik
+41 71 626 11 43
+41 79 202 10 86
daniel.ritter@kath-tg.ch