Ursprünglich stand das Kloster Münsterlingen, das angeblich von einer Tochter des englischen Königs Edward I. um 985 gegründet wurde, unten am Seeufer. Es wurde im Dreissigjährigen Krieg zerstört. Die heutige Kirche mit der Turmfront ist ein Werk des Vorarlberger Architekten Franz Beer und wurde 1711–16 errichtet. Seit der Renovation in den Jahren 1973–1982 erstrahlt das Innere wieder in ursprünglichem Glanz: weisse Stuckaturen, Deckengemälde des Konstanzer Malers Jakob Karl Stauder, Hochaltarbild seines Vaters Franz Karl Stauder, farbenprächtige Altäre mit volkstümlichen Frucht- und Blumengebinden, scheinperspektivisches Chorgitter des Konstanzer Schlossers Jakob Hoffner, auf der Nonnenempore die nach historischem Vorbild 1981 gebaute Orgel. Schade, dass ein Gitter im Eingangsbereich zumeist – Gottesdienstzeiten ausgenommen – nur einen knappen Blick ins Innere erlaubt. Wenigstens lässt sich die Johannes-Büste sehen, die seit 1573 jeweils bei einer Seegfrörni in Prozession über den Bodensee getragen wird. Sechsmal hat sie zwischen Hagnau und
Münsterlingen gewechselt. Seit 1963 steht sie in Münsterlingen.