‚Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod, nahm Jesus in dem Saale, Gott dankend, Wein und Brot. Nehmt, sprach er, trinket, esset, das ist mein Leib und Blut, damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut.‘ So singen katholische Christen in einem alten Lied zur Feier der Eucharistie.
Von Anfang an gehörten zu den christlichen Hausgemeinden und späteren Pfarreien gottesdienstliche Zusammenkünfte. Sie bestanden aus dem Hören und Nachdenken über die Frohbotschaft Gottes und der Mahlfeier. (Apg 2,42; 1 Kor 11,23-25) Vornehmlich trafen sich die Christen zum Gottesdienst am Sonntag, dem ersten Tag der Woche, am Auferstehungstag Jesu. Das Feiern seines Da-seins in seinem Wort und im Mahl von Brot und Wein war für sie – und ist bis heute – das wöchentliche kleine Osterfest: Gottes Liebe holt uns durch Jesus Christus aus dem Tod ins Leben!
Brotbrechen
So haben die ersten Christen dem Mahl gesagt, das sie miteinander in Erinnerung an Jesus Christus feierten (Apg 2,46). Dieser Name erinnert nicht nur an das Letzte Mahl Jesu mit seinen Freunden vor seiner Gefangennahme. Jesus teilt sich, indem er jemandem die Augen auftut, auf stürmischer See zum Vertrauen einlädt, die Kinder nicht wegschickt, einem Gelähmten seine Schuld vergibt, am Seeufer für alle Zeit hat und Sünder zu sich an den Tisch lädt. Wie Wein giesst er sich aus für den Mann, den er bei der Hand nimmt und ihn befähigt, wieder zu handeln. Er richtet die gekrümmte Frau wieder auf und nimmt sich in die Nacht hinein Zeit für Nikodemus und seine Fragen.
Im Brotbrechen feiern wir bis heute und spüren: So wirkt Jesus Christus unter uns. Sonntag für Sonntag und auch
werktags sagt er uns zu: Ich will mit dir im Mahl erlösende und stärkende Gemeinschaft feiern und dir ganz nahe sein. Wer das gebrochene Brot im Sakrament empfängt, sagt: Jesus Christus, ich will aus Deiner Kraft und aus Deiner Nähe leben!
Eucharistiefeier = Dankfeier
Diesen anderen Namen für das Sakrament gebrauchen katholische Christen heute am meisten. Wir danken Gott dafür, wie vielfältig Jesus den Menschen Brot und Wein geworden ist und sie zum Leben ermutigt. Wir danken Gott, dass Jesus so viele im Mahl immer wieder zu einem Neuanfang stärkt und allen seine Nähe und Liebe schenkt. In der Eucharistiefeier reicht unser Dank für Jesus von damals bis heute in die Zeit unserer Gemeinde, unserer weltweiten
Kirche und auch unserer ganz persönlichen Lebenserfahrungen.
Abendmahlsfeier
Diese Bezeichnung für das Sakrament erinnert am meisten daran, dass Jesus am Abend vor seiner Gefangennahme und seiner Hinrichtung seinen Freunden beim letzten Mahl gesagt hat: ‚Tut das immer wieder und denkt dabei an mich!‘ In der katholischen Tradition der Mahlfeier wird auch immer an dieses letzte Abendmahl erinnert. Es wird gegenwärtig, dass Jesus Christus sich bis in seinen Tod hinein erlösend und befreiend für alle Menschen hingegeben hat.
Heilige Messe
Bis vor ca. 50 Jahren nannten wir das Sakrament fast nur so. ‚Messe‘ bedeutet, eine Missio, eine Sendung zu haben. Im
Feiern der Heiligen Messe können wir jedesmal auch spüren: Jesus Christus ist uns Brot und Wein, damit wir unsere Sendung, unsere Berufung erfüllen können.
Zum Nachdenken:
Ohne Wasser verdorrt die Pflanze. Ohne Essen und Trinken verhungern Tier und Mensch. Ohne Eucharistiegemeinschaft verkümmert christlicher Glaube.
Wir empfangen Jesus Christus im Eucharistischen Brot mit den Worten:‚Empfanget und werdet, was ihr seid: Leib
Christi‘! Und wir antworten. ‘Amen‘ – so soll es sein!