Pfarrkirche der Stadt Frauenfeld war ursprünglich die Laurentiuskirche in Oberkirch. In der Stadt gab es aber seit 1286 die Nikolauskapelle für Werktagsgottesdienste. Diese wurde mehrmals vergrössert und diente ab 1531 beiden Konfessionen. Als die Evangelischen 1645 eine eigene Kirche erhielten, vergrösserten die Katholiken die Kapelle und betrachteten sie fortan als Pfarrkirche. Sie ging beim Stadtbrand 1771 in Flammen auf.

Die heutige Kirche wurde 1904–06 nach Plänen des Architekten Albert Rimli erbaut. Voraussetzung war der Bau einer grossen Stützmauer, die im Volksmund bis heute «Himalaya» genannt wird. Unter den Maurern, die an der Kirche arbeiteten, soll sich auch der spätere italienische «Duce» Mussolini befunden haben. Der über der Altstadtkante hoch aufragende Bau mit dem markanten Turm setzt einen deutlichen Akzent in die Stadtsilhouette.

Die neubarocke Raumgestaltung, vermischt mit dekorativen Jugendstilelementen, schafft eine helle freundliche Atmosphäre. Bei einer Renovation 1967–69 wurden die drei ursprünglichen Altäre ersetzt durch Wandbilder von Karl Manninger (1912–2002) zu den Themen «Weihnachten», «Auferstehung» und «Eucharistie». Hochberühmt ist die rein mechanische Metzler-Orgel (1969) mit 44 Registern. Von besonderem Wert die spätgotische Marienfigur (nahe der Kanzel), die 1523 aus Winterthur nach Frauenfeld kam.