"Auferstehung in der Schweiz"

Eritreische Flüchtlinge in der Schweiz feiern gemeinsam einen Gottesdienst. Bild: zVG

Momentan wohnen Amanuel Debreitson (28) und Samuel Arya (34) mit weiteren Flüchtlingen im Pfarreihaus der Kirche St. Peter in Schaffhausen. Im Interview mit Kirche ohne Grenzen schildern sie ihre Erfahrungen und Hoffnungen. Und sie erklären, wie sie die Fastenzeit und die Ostertage in der Schweiz gestalten.

Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres bekam ich endlich meinen Ausweis F (vorläufige Aufnahme), welcher mir ermöglichte hier zu arbeiten. Die damit verbundene Erleichterung ist kaum zu beschreiben. Ich fühlte mich von vielerlei Sorgen erlöst und geradezu neu geboren, das war eine Art Auferstehung für mich.
Amanuel Debreitson

Wie bereitest du, Samuel, dich als orthodoxer Christ auf Ostern vor?
Unsere Fastenzeit beginnt etwas früher als diejenige der Katholiken und dauert somit 55 Tage. Während dieser Zeit verzichte ich vollkommen auf tierische Produkte wie Milch, Fleisch und Eier, und alle Lebensmittel, die dies enthalten. In der letzten Woche vor Ostern darf dann nur vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang gegessen werden. In der Osternacht treffen wir uns in der Kirche und feiern einen mehrstündigen eritreischen Gottesdienst, der musikalisch von Trommeln und Gitarren begleitet wird.

Fehlt dir dabei etwas in der Schweiz?
Glücklicherweise haben wir viele Möglichkeiten, unsere Bräuche und Traditionen hier ähnlich wie in Eritrea zu pflegen. Was mir jedoch fehlt ist das Osterfest mit meiner Familie. Seit zweieinhalb Jahren habe ich nun meine Frau und meine drei Kinder nicht mehr gesehen, das schmerzt. Oft erwache ich schweissgebadet, weil ich selbst in meinen Träumen fürchte, dass ihnen jemand etwas antun könnte, da ich nicht da bin, um sie zu beschützen. Ich kann ein Osterfest ohne meine Familie nicht freudig feiern. Deshalb bete ich, dass ich Ostern nächstes Jahr hier mit meinen Liebsten verbringen kann.

Text und Übersetzung: Katarina Dujmovic'

Was Amanuel Debreitson bewogen hat, aus seiner Heimat zu flüchten, lesen Sie im zweiten Teil des Berichts von Katarina Dujmovic´, Kirche ohne Grenzen (www.forumkirche.ch).

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12.09.2018, 13:45 Uhr bis 17:45 Uhr
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