Migration. Von Europa nach Europa

Einblick in das Künstlerbuch des Kunstprojekts "Nicht Anfang und nicht Ende" Bild: © Florian Schwarz

Fotokünstler Florian Schwarz zeigt, dass es immer auch Wanderbewegungen innerhalb Europas gegeben hat. Die Vernissage zu "Nicht Anfang und nicht Ende" findet am 25. Mai am Kreuzlinger Hauptzoll statt.

Bei Migration denken wir heute vor allem an Menschen, die aus Afrika oder Asien nach Europa kommen. Das Projekt "Nicht Anfang und nicht Ende" ruft aber Wanderbewegungen an den Rändern Europas in Erinnerung. Der Fotokünstler Florian Schwarz spürte ihnen nach und hielt seine Eindrücke in Fotos und Aufzeichnungen fest. Sie werden nun in einer eigens herausgegebenen Zeitung und in Installationen in Kreuzlingen und Konstanz veröffentlicht. 

Auslöser Flüchtlingskrise
Wie viele andere verfolgte Florian Schwarz im Sommer 2015 die Entwicklungen in der sogenannten Flüchtlingskrise. Als er in den Nachrichten sah, wie in Ungarn die letzten Zäune an der Grenze zu Serbien errichtet wurden, entschloss er sich spontan an den Ort zu reisen, an dem dieser Grenzzaun durch die Bahnlinie von Belgrad nach Budapest noch unterbrochen war. Für ihn ein dichtes, symbolisches Bild: "Der Weg in die EU führte für Tausende von Menschen auf einmal nur durch dieses fünf Meter breite Loch im Zaun." Er blieb dort mehrere Tage, traf mit geflüchteten und dort gestrandeten Menschen zusammen, führte viele Gespräche.

Ich fuhr mit bewegenden Geschichten im Kopf nach Hause – Geschichten, die mich nicht mehr losliessen.
Florian Schwarz

Florian Schwarz spürte den Impuls, sich als Künstler vertieft mit dem Thema Migration auseinandersetzen zu wollen, wusste aber noch nicht genau wie. 

Unterschiedliche Formen von Migration 
Das Motto des Konstanzer Konzilsjubiläums "Europa zu Gast" brachte ihn schliesslich auf die Idee, den Blick auf Wanderschaften innerhalb Europas zu richten – ein Aspekt, der seiner Ansicht nach in der Auseinandersetzung mit Migration heute oft vergessen wird. Es kamen ihm Kontakte und Begegnung früherer Reisen in den Sinn, die ihm hilfreiche Ansatzpunkte boten, diese Idee zu umzusetzen. So reifte schliesslich der Plan heran, an vier geografischen Extrempunkten Europas Menschen aufzusuchen, deren Leben auf unterschiedliche Weise mit Migration verknüpft ist.

Ich wollte unseren Kontinent in der heutigen Zeit anschauen, herausfinden, wie sich das Leben an verschiedenen Orten anfühlt, und kleine Geschichten über Wanderschaft zusammentragen.
Florian Schwarz

Begegnungen im Alltag 
Der Fotograf reiste in den letzten zwei Jahren mehrmals an die vier Eckpunkte seines Projekts. Das Material, das er dabei sammelte, möchte er nun in zweifacher Weise verarbeiten und präsentieren. Zum einen wird ein Künstlerbuch in Zeitungsformat mit Fotografien und Begleittexten erscheinen, die man während der Dauer der Ausstellung im Zeitschriftenhandel für 2,60 Euro kaufen kann. "Ich habe bewusst das Medium Zeitung gewählt. Es passt mit seiner Flüchtigkeit und Vergänglichkeit gut zu dieser Art von Arbeit", so Schwarz. Zum anderen möchte er die Ergebnisse seiner Arbeit mit Installationen in den öffentlichen Raum tragen. Seine Fotos werden vom 26. Mai bis 28. Juli 2018 in grossem Format und mit darauf abgestimmten Texten an drei Orten zu sehen sein: am Hauptzoll am Kreuzlinger Tor, in Konstanz bei der Konzertmuschel im Stadtgarten und am Mensagebäude der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung.

Nähere Infos und Download des Künstlerbuchs:www.florian-schwarz.net


Detlef Kissner, forumKirche/red.

Den vollständigen Bericht "Mit Wissen sieht man anders" lesen Sie im Magazin forumKirche Nr. 10-2018, S. 2-4.

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