Die Bibel gehört für die Christen aller Konfessionen mit zur Grundlage des Glaubens. Wir glauben, in der Bibel jene Wahrheit zu finden, die uns die Richtung weist und hilft, das Leben so zu gestalten, „damit wir das Leben haben und es in Fülle haben“. (Joh 10,10)
Der Name kommt vom griechischen „Biblos“. Das heisst schlicht „Buch“. Obwohl zur Bibel nach katholischem Verständnis 73 Bücher gehören, nennen wir sie „die Bibel“. Wir sagen dies im Sinn von „das Buch der Bücher“ in seiner Bedeutung für unsern Glauben.
Katholische Christen verstehen die Bibel in zweifacher Hinsicht als Glaubensbuch. Zum einen überliefert sie Gottes frohmachende Botschaft, zum andern persönliche Erfahrungen der Vorfahren. Die Bibel berichtet dies in verschiedenen Literaturgattungen: in Mythen und Legenden, Wundererzählungen und Gleichnissen, Sagen und Gebeten, Erzählungen, Träumen, Visionen und Lehrtexten. Wir finden Spruchsammlungen, Klagelieder, Gesetzestexte und Lieder, Meditationen, Briefe, Geschichtsbücher und Liebesgedichte. In der Bibel gibt es auch Chroniken, kritische Zeitanalysen, theologische Traktate oder Aufsätze, Novellen und Begegnungserzählungen.
Die Bibel ist kein Protokoll vergangener Ereignisse und nie Geschichtsschreibung wie wir sie heute verstehen. Um Gott, um Jesus Christus, um Gottes Geistkraft in dem zu finden, was in der Bibel steht, ist es wichtig, die einzelnen Texte so zu lesen, als was sie geschrieben sind. Wir lesen einen Liebesbrief auch nicht wie das Protokoll einer Versammlung. Ein Dank- und Lobgedicht lesen wir anders als den Kommentar zur Steuererklärung.
Als Roten Faden durch die ganzen 73 Bücher zieht sich für Christen die Botschaft Gottes: „Ich werde mit euch und für euch da sein für immer, mit meiner Liebe, meiner Gerechtigkeit, erlösend und barmherzig für euch alle.“ Es braucht Mut, sich auf die Bibel einzulassen. Dieser Mut heisst auch: Ich glaube Dir, lebendiger Gott!
Die Bibel ist ca. 1000 v.Chr. – 100 n.Chr.) ist die Bibel entstanden. Wie Menschen persönlich und als Gemeinschaft Gott, Jesus Christus und Gottes Geistkraft erlebt haben, was sie glaubten, ist darin überliefert und aufgeschrieben.
Diese Vorfahren mit ihrem Glauben, mit ihrem Ahnen Gottes laden uns ein, in unser persönliches und gesellschaftliches Leben zu schauen. Wir können dabei immer wieder zur Einsicht gelangen: Heute geht es um die gleichen Lebensfragen, um die gleiche Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden, nach Freiheit, Vergebung und gelingendem Leben. Die Umstände sind anders. Die Frage nach dem Leben aus dem Glauben bleibt die gleiche.
Die Bibel wird zur Herausforderung mit unserem eigenen Leben heute, unser Evangelium (frohe Botschaft) zu schreiben. Wie erfahren wir Gott, seine Spuren? Wann freuen wir uns über das, was nicht nur für uns allein gut kommt? Wie leiden wir an Not und Unfrieden? Und: Wie erzählen wir das einander weiter?