Entwürfe für neue Rechtsgrundlage

Drei Jahre arbeitete eine achtköpfige Kommission des Kirchenrats an den Entwürfen. Nun sind die Stellungnahmen des Diözesanbischofs, von kirchlichen Behörden und Mitarbeitenden sowie von weiteren Interessierten gefragt. Bild: pixabay.com

Nach knapp 50 Jahren soll das Kirchenorganisations-
gesetz neu organisiert werden: nämlich indem es in eine Verfassung und zwei Gesetze aufgeteilt wird. Die Entwürfe für "das neue gesetzliche Rückgrat" der Katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau liegen nun vor. Bis am 2. Mai 2017 läuft die Vernehmlassung.

Link zu: Einführung, Vernehmlassungstexte (Download) und Angaben zur Kommission

Der wichtigste Rechtstext der Katholischen Landeskirche Thurgau wird fit gemacht für die Zukunft: Die vorgeschlagenen Anpassungen betreffen die Kantonsebene genauso wie die Gemeindeebene. Dafür soll das Kirchenorganisationsgesetz (KOG) von 1968 in eine Landeskirchenverfassung (LKV) und zwei Gesetze aufgeteilt werden (Landeskirchengesetz (LKG) und Kirchgemeindegesetz (KGG)). Bis am 2. Mai 2017 können kirchliche Behörden und Mitarbeitende, der Bischof von Basel, die Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie weitere Interessierte zu den Entwürfen Stellung nehmen.

Flexibler Änderungen einführen
Aktuell müssen sowohl die katholische Bevölkerung als auch der Grosse Rat des Kantons Thurgau jeder KOG-Revision zustimmen. Künftig könnte die katholische Synode das Landeskirchengesetz und das Kirchgemeindegesetz eigenständig anpassen, zum Beispiel Regelungen in Bezug auf das Verhältnis der Kirchgemeinde zur Pfarrei.

Änderungen bei Begriffen und Inhalten
Konkret enthalten die Entwürfe für die neuen Rechtstexte Vorschläge für Anpassungen von Begriffen. So soll etwa die "Kirchenvorsteherschaft" künftig "Kirchgemeinderat" heissen. Ebenso weicht der Ausdruck "Geistlicher" der Berufsbezeichnung "Seelsorger/in" - wobei auch erklärt wird, welche Personen damit gemeint sind. 
Es gibt aber auch inhaltliche Neuerungen: So soll es in der Katholischen Landeskirche Kantons Thurgau z. B. eine breitere Mitsprache geben. Ausländische Katholiken mit Bewilligung C sollen genauso wie ihre Schweizer Mitgläubigen automatisch über das landeskirchliche Stimm- und Wahlrecht verfügen.

Beispiel Pfarrwahlrecht
Das Pfarrwahlrecht soll der heutigen Entwicklung in unserem Bistum wieder besser entsprechen. Denn: Gilt es die Leitung einer Pfarrei oder pastoralen Einheit neu zu besetzen, steht heute eine einzige Person zur Wahl - es gibt also keine Auswahl zwischen Personen. Nun soll die Möglichkeit der Nichtwahl geschaffen werden. An die Stelle der bisher üblichen "stillen Wiederwahl" soll die normale Erneuerungswahl treten. Und: Die pastorale Struktur der "Pastoralräume mit Führungstyp B" bedingt, dass mehrere Kirchgemeinden gemeinsam "ihre" seelsorgliche Leitungsperson wählen.

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Katholische Landeskirche des Kantons Thurgau

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